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Der Zimmermann

Die Zimmermannstracht

Der Zimmerleut Ehrenlied

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Der Zimmerleut Ehrenlied« vom Beginn des 19. Jahrhunderts beschreibt Arbeitsweise und Brauchtum des Zimmermanns:

Zimmerleut sind brave Leut, Die man braucht zu aller Zeit: Kaiser, König, Pursten, Grafen. Können sie ja nicht entraten.

In dem deutsch und welschen Land Ist das Handwerk wohl bekannt, Manchen Bau tun wir ausführen. Unser Handwerk tut florieren.

Gehen wir in grünen Wald, hauen Bäume jung und alt, Messens ab, wie es der Brauch, Schlagen dann die Schnur darauf.

Haut brav drauf der Zimmermann, Mit dem Fallbeil was er kann, Mit dem Breitbeil haut mit Fleiß. Das Zollmaße gleicher Weis.

Das Bauholz ist oftmals schwer, Heißt es', 'Bringt Wendhaken her, Mit Klemmhaken ablagt er an: Ist ein braver Zimmermann.

Weiht der Bauherr das Holz ein, Mit einer guten flaschen Wein, Sind wir Zimmerleut bedacht, Zimmern drauf bei Tag und Nacht.

Bund- und Zwergaxt zum Geschirr, Mit der Säge schneiden wir, Dass man sagt zu dieser Zelt: »Redlich sind die Zimmerleut.«

Mit dem Rötel macht ein Zeichen, Braucht den Neper auch desgleichen, Manches Schloss, ja manche Stadt Hat der Zimmermann gemacht.

Zimmerleut tun viel ausstehen: Müssen schier vor Hitz vergehen, Muss allzeit geduldig sein, fällt oft Kalt und Regen ein.

Ach was wollt man fangen an, Wenn nicht war der Zimmermann! Müsste mancher bald erfrieren: Zimmerleut den Bau ausführen.

Ich find ihresgleichen nicht, Zimmerleut verachte nicht! Wenn ein mancher steig so hoch, Wird er zittern mit dem Loch.

Zimmerleut, die soll man ehren, Wie die Schrift dich solchs tut lehren: Unser Bruder Jesus Christ Josephs Sohn gewesen ist.

Ich wünsch Euch alles zum Beschluss, Euren Feinden zum Verdruß, Glück und Segen auf der Welt Und hernach das Himmelszelt.